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Finetrading

Finetrading bietet die Möglichkeit der Vorfinanzierung von Material- und Wareneinkauf über einen Zwischenhändler mit verlängerten Zahlungszielen.

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Was ist Finetrading? Erklärung und Funktion

Unter Finetrading versteht man eine Bank alternative Form der Einkaufs- oder Warenvorfinanzierung, wobei der Finetrader als Zwischenhändler zwischen Besteller und Lieferant fungiert.

Finetrading ist daraus folgend ein klassisches Handelsgeschäft zwischen 3 Parteien (Lieferant, Besteller, Finetrader) und kein Kreditgeschäft.

Der Unternehmer verhandelt im Vorfeld Preise, Lieferbedingungen und sonstige Konditionen mit dem Lieferanten aus. Die Bestellung selbst löst der Finetrader auf eigene Rechnung aus. Die Ware wird per Streckengeschäft an den Bestimmungsort des Bestellers (Unternehmers) geliefert.

Sobald der Unternehmer die Rechnung freigegeben hat, bezahlt der Finetrader den Lieferanten. Der Unternehmer wiederum erhält je nach Finetrader ein verlängertes Zahlungsziel von 60 - 180 Tagen.

Ablauf Finetrading

Finetrading - Vorteile, Nutzen und Nachteile

Materialintensive Branchen aus Handel, Produktion und Handwerk binden vielfach Liquidität durch hohe Bestände im Material- und Warenlager. Zusätzlicher Liquiditätsbedarf entsteht bei Saisonspitzen, Konsignationslager für Großkunden, Lieferungen individuell gefertigter Ware gegen Vorkasse oder langer Beschaffungswege, z.B. aus Asien. 

Finetrading wird üblicher Weise als Projekt-, Auftrags- oder Wareneinkaufsfinanzierung genutzt um eigene Liquidität beim Wareneinkauf zu schonen. Ein großer Vorteil besteht darin, dass diese Finanzierungsart situativ bei Bedarf eingesetzt werden kann. Als Nachteile sind die teilweise sehr hohen Kosten und die nicht vorhandene Planungssicherheit anzusehen.

Eine Finetrading Nutzung kann in folgenden Situationen sinnvoll sein:

  • bei einmaligem auftragsbezogenem Liquiditätsbedarf
  • die Kapitaldienstfähigkeit für ein Darlehen ist nicht gegeben
  • bei höherem Finanzierungsbedarf ab ca. 500 T€
  • als Zusatzfinanzierung, wenn ein Bankdarlehen / Kontokorrentlinie zum Wareneinkauf nicht ausreicht

Vergleich Finetrading vs. Bankdarlehen

Ein Bankdarlehen ist bei einem Finanzierungsbedarf < 500 T€ in aller Regel günstiger als Finetrading. Es gibt aber Situationen, wo der Einsatz von Finetrading dennoch sinnvoll sein kann. Gerne erstellen wir Ihnen einen Kostenvergleich beider Varianten für Ihr Vorhaben.

Finanzierungsmerkmale Einkaufsdarlehen Finetrading **
Finanzierungslaufzeit ** 12 - 60 Monate 120-180 Tage
Zinsgarantie & Kostenplanbarkeit Ja Nein
Rückversicherungslimit erforderlich Nein Ja
Kosten p.a. ** 2,9 - 8,9 % 8,5 - 24 %
Prüf- oder Startgebühr ** Nein Ja
Finanzierung beschränkt auf WKV-Limit Nein Ja
Kürzung des WKV-Limits führt zu Kürzung der Finanzierungslinie Nein Ja
für (einmalige) Auftrags-/ Projektfinanzierung geeignet bedingt Ja
Einkäufe mit Vorkasse oder aus Übersee finanzierbar ** Ja bedingt
Dingliche Sicherheit (z.B. Abtretung Warenlager) ** Nein Ja
Kapitaldienstfähigkeit erforderlich Ja bedingt
persönliche Bürgschaft erforderlich Ja Ja

** Annahmekriterien sind abhängig vom jeweiligen Finetrader / Einkaufsfinanzierer.

Übersicht Finetrading Anbieter

Die Anzahl der Finetrading Anbieter in Deutschland ist mit ca. 20 Gesellschaften überschaubar. Die meisten Finetrader haben sich auf die Wareneinkaufsfinanzierung spezialisiert, während nur wenige Gesellschaften eine Lagerfinanzierung mit Konsignationslager anbieten.

Die Annahmekriterien der jeweiligen Finetrader unterscheiden sich kaum. Folgende Voraussetzungen sollten erfüllt sein:

  • mind. 2-3 Jahre operative Tätigkeit, Vorjahresumsatz mind. 500 T€
  • positive Ertragslage in den letzten beiden Geschäftsjahren
  • keine bonitätstechnischen Negativmerkmale, Index Creditreform < 285 
  • ausreichendes Rückversicherungslimit (prüft der Finetrader)
  • letzte Bilanz / Jahresabschluss nicht älter als 9 Monate
  • aktuelle BWA und SuSa, aussagefähige Opos Listen, inkl. Fälligkeitsstruktur

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Finetrading Kosten - Ein Vergleich rechnet sich

Finetrading Kosten betragen je nach ausgewähltem Finetrader zwischen 8,5 - 24 % p.a. und bei Einrechnung möglicher Nebenkosten im 1. Vertragsjahr (z.B. Prüf-, Start- und Einrichtungsgebühren, Zuschläge bei Vorkasse Bestellungen) auch noch darüber.

Die Finetrading Gebühr wird aus Bonität, Finanzierungslaufzeit und Höhe der Finanzierungslinie kalkuliert. Eine einmalige Start- oder Einrichtungsgebühr ist abhängig von der genehmigten Finanzierungslinie. Bei manchen Anbietern können zusätzliche Nebenkosten anfallen, was die Gesamtkosten nochmals verteuert.

Mit unserem Finetrading Kostenrechner können Sie mehrere Angebote transparent vergleichen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Selektion günstiger Finetrading Anbieter.